Oktober 2022

Neue Sterne entstehen

Ein früheres Bild des Monats und seine Geschichte.

Beschreibung

Name:

Entstehung des Fotos

Seinen Namen bekam der Elefantenrüssel-Nebel aufgrund des schlauchförmigen Dunkelnebels, der von oben, rechts fast bis ins Zentrum ins Bild hereinragt und eine - zugegebenermassen die Phantasie benötigende - Ähnlichkeit mit einem Elefantenrüssel hat.

IC 1396 ist sein wissenschaftlicher Name (Index Catalog Eintrag 1396). Genau genommen ist der Elefantenrüssel der Eintrag 1396A und der ihn umgebende Wasserstof-Nebel IC 1396

Entfernung:

ca. 2'400 Lichtjahre (zur Umrechnung in Kilometer 13 Nullen anfügen)

Grösse am Himmel:

ca. 5 Vollmond-Durchmesser.

Das ganze Gebiet ist ein riesiger, sogenannter Wasserstoff-Nebel. Dieser "Nebel" hat allerdings mit unserem herbstlichen Nebel nichts zu tun. Das Wasserstoffgas ist hier immer noch dünner (ca. 1'000 Moleküle pro m3) als das beste Vakuum, das wir auf der Erde erzeugen können. Allein die schiere Menge an Wasserstoff-Molekülen, die Empfindlichkeit der Kamera und die lange Belichtungszeit ergeben schliesslich dieses Bild.

Wasserstoff ist mit einem Anteil von 90% das häufigste Element im Weltall. Daneben sind noch knapp 10% Helium und mit weniger als 0.1% schlagen der gesamte Rest an Materie zu Buche.

Solche leuchtenden Wolken nennt man auch H-II-Regionen (gesprochen Ha-zwei), was für ionisierten Wasserstoff steht. Ein einzelner, oder ein paar wenige junge, heisse Sterne strahlen grosse Mengen an ultraviolttem Licht ab und ionisieren so den sie umgebenden Wasserstoff. Dieser leuchtet dann in der ihm typischen Wellenlänge von 656.3 nm, was einem satten rot entspricht. Man spricht auch von der Ha-Linie (gesprochen: Ha-Alpha). Daher sind die Bilder von H-II-Regionen stets so rot.

Und warum sieht man dann so viele Sterne auf diesem Bild, wenn nur einige wenige etwas mit IC-1396 zu tun haben? Stellen Sie sich einfach mal vor, Sie fotografieren bei Schneefall einen weit entfernten Berg. Auf dem Bild sehen Sie dann sehr viele Schneeflocken im Vordergrund, die nichts mit dem Berg zu tun haben. Genauso ist es bei diesem Bild. Die HII-Region entspricht dem Berg und die Sterne den Schneeflocken.

Die dunklen Stellen - wie eben der "Elefantenrüssel" - sind Orte, an denen sich der Wasserstoff durch die Schwerkraft zusammenzieht und dadurch neue Sterne entstehen lässt.

Generell werden diese länglichen, dunklen Gebilde in Wasserstoff-Nebeln "Elefantenrüssel" genannt, während die rundlichen als "Globulen" bezeichnet werden. Im Innern einer HII-Region findet man also mindestens einen, meist aber einige wenige, sehr junge Sterne. Mit 100'000 bis 1 Million Jahren sind dies für kosmische Zeiträume noch Sternbabies.

Nicht immer ist eindeutig eruierbar, welcher Stern oder welche Sterne den umgebenden Wasserstoff zum leuchten anregen. Im Falle von IC 1396 ist es aber bekannt. Es ist dies der helle Stern in der Bildmitte.

Neue Sterne entstehen
Neue Sterne entstehen · Oktober 2022